Author(s) / Source(s): Mitteilung der Pressestelle
Der traditionsreiche Straßenbahnbauer HeiterBlick aus Leipzig erhält mit der polnischen PESA Bydgoszcz SA (Bydgoszcz) einen neuen, langfristig orientierten Eigentümer. Eine entsprechende Vereinbarung wurde nun unterzeichnet; das Closing ist für das erste Quartal 2026 vorgesehen. Der neue Eigentümer plant, die rund 250 Arbeitsplätze zu erhalten und von Leipzig auch in den westeuropäischen Markt zu expandieren.
HeiterBlick, die individuell gefertigte Straßenbahnen etwa für die Städte Leipzig, Würzburg und Dortmund herstellt, war im April vergangenen Jahres in wirtschaftliche Schieflage geraten. Trotz hoher Nachfrage führten Nachwirkungen der Corona-Krise, steigende Materialkosten und die Folgen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine zu massiven Finanzierungslücken. Gemeinsam mit der Transformationsberatung Falkensteg, einem Team der Kanzlei Baker Tilly um Dr. Adrian Bölingen sowie dem Sachwalter Dr. Andreas Kleinschmidt von der Kanzlei White & Case wurde ein Sanierungskonzept erarbeitet, um laufende Aufträge fertigzustellen und neue Kunden zu gewinnen. Inzwischen liegt das Auftragsvolumen bei mehr als 350 Mio. Euro.
Mit der Übernahme durch Pesa wird die Zukunft des Traditionsbetriebs nun gesichert. Pesa, Polens größter Hersteller von Schienenfahrzeugen, beschäftigt rund 3.700 Mitarbeitende und ist auf den Bau von Regionalzügen, Triebwagen und Straßenbahnen spezialisiert. Durch die Integration von HeiterBlick entsteht ein länderübergreifender Anbieter, der den deutschen und westeuropäischen Markt künftig gemeinsam aus Leipzig bedienen soll. Die Werke in Polen konzentrieren sich weiterhin auf Mittel- und Südosteuropa.
Im Rahmen der Eigenverwaltung berieten Falkensteg und Baker Tilly die Unternehmensleitung bei der Betriebsfortführung, bei den komplexen Verhandlungen mit Finanzieren und Kunden, der Anpassung von Projektlaufzeiten und der Absicherung von Bürgschafts- und Anzahlungsrisiken. „Die besondere Herausforderung lag in der Verbindung von hohen Vorfinanzierungen, volatilen Kostenstrukturen, langen Projektzyklen und einem investitionsintensiven Geschäft mit maßgeschneiderten Fahrzeugen für kommunale Verkehrsbetriebe“, erläutert Tillmann Peeters, Generalbevollmächtigter von HeiterBlick und Partner bei Falkensteg. Neben Peeters waren unter anderem Mathias Leon Schneider (Senior Manager) und die Falkensteg-Operationsexperten um Andreas Willeke und Birgit Dehn beteiligt.
„Der Einstieg von Pesa ist ein sehr gutes Ergebnis für die kommunalen Kunden, Gläubiger und Beschäftigten“, sagt der vom Amtsgericht Leipzig bestellte Sachwalter, Dr. Andreas Kleinschmidt von der Kanzlei White & Case. „Der Zusammenschluss schafft die Grundlage, laufende Projekte zuverlässig abzuwickeln und neue Wachstumschancen im europäischen ÖPNV-Markt zu erschließen.“
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