Autor(en) / Quelle(n): Mitteilung der Pressestelle
• Übernahmeinteressenten für alle Standorte
• Restrukturierungsmaßnahmen gestartet
• Alle Standorte werden fortgeführt
Diepersdorf. Die Sanierung der insolventen Plastic Manufacturing Group macht Fortschritte: Insolvenzverwalter Volker Böhm von der Kanzlei Schultze & Braun liegen Angebote von mehreren Interessenten für alle Standorte vor. Darin nennen die potenziellen Investoren eine Kaufpreisvorstellung und skizzieren ihr Fortführungskonzept. Diese sog. „indikativen Angebote“ sind nun die Grundlage für konkrete Verhandlungen, die in den nächsten Wochen stattfinden. Um die weitere Fortführung und die Investorenlösung zu ermöglichen, hat der Insolvenzverwalter an allen Standorten Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet.
„Das Investoreninteresse ist sehr erfreulich und zeigt, dass alle Unternehmen der Plastic Manufacturing Group mit ihrem Fertigungs-Know-how und ihrem hochkarätigen Kundenstamm attraktiv sind“, betonte Böhm. „In den Angeboten wird aber auch deutlich, dass die potenziellen Investoren nur dann bereit sind einen Standort zu übernehmen, wenn er in absehbarer Zukunft wieder profitabel ist“, so der Insolvenzverwalter.
Vor diesem Hintergrund hat Böhm mit Restrukturierungsmaßnahmen begonnen. Diese beinhalten unter anderem die Optimierung von Prozessen sowie am größten Standort Diepersdorf den Abbau von Personal in Fertigung, Logistik und anderen Bereichen des Unternehmens. Im Zuge dessen müssen dort 160 Stellen abgebaut werden. Darunter sind 40 befristete Arbeitsverhältnisse, die nicht verlängert werden, rund 120 Beschäftigte werden noch im Januar gekündigt. „Für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die Einschnitte sehr schmerzhaft und uns ist bewusst, welche persönliche Tragweite diese Entscheidungen haben“, sagte Böhm. „Sie sind aber notwendig, um dem Unternehmen wieder eine Zukunftsperspektive zu geben. Unser Ziel ist es, so viele Arbeitsplätze wie möglich langfristig zu sichern.“
Nach einer Einigung mit dem Betriebsrat über den Personalabbau und einen Sozialplan hat der Insolvenzverwalter die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Diepersdorf gestern persönlich über die Maßnahmen informiert. Um die Beschäftigten bei der Suche nach einer Anschlussbeschäftigung zu unterstützen, arbeitet Böhm eng mit dem Landkreis und der Agentur für Arbeit zusammen. Es wurde eine Stellenbörse eingerichtet, in der die betroffenen Arbeitnehmer Informationen über freie Stellen in der Region und den direkten Kontakt in die jeweiligen Unternehmen erhalten. „Landkreis und Wirtschaftsförderung haben bereits sehr frühzeitig Hilfe angeboten, ihr Netzwerk aktiviert und leisten sehr wertvolle Unterstützung. Gemeinsam wollen wir dazu beitragen, dass sich für möglichst viele Mitarbeiter neue berufliche Perspektiven ergeben“, so der Insolvenzverwalter.
An den beiden anderen operativen Standorten der Gruppe, der SMK Plastic Manufacturing GmbH in Oberlungwitz und der Linden Plastics Manufacturing GmbH mit Sitz in Lüdenscheid, steht am 30. Januar die Eröffnung der jeweiligen Insolvenzverfahren an. Auch an diesen Standorten geht der Geschäftsbetrieb weiter, während Verhandlungen mit Interessenten um eine Übernahmelösung anlaufen.
Die drei Unternehmen der Plastic Manufacturing Gruppe, die Diepersdorf Plastic Manufacturing GmbH mit Sitz in Diepersdorf (rd. 730 Beschäftigte), die SMK Plastic Manufacturing GmbH mit Sitz in Oberlungwitz (rd. 95 Beschäftigte), die Linden Plastics Manufacturing GmbH mit Sitz in Lüdenscheid (rd. 120 Beschäftigte), hatten am 3. November 2025 Insolvenzantrag gestellt. Hintergrund sind erhebliche Verluste in den vorangegangenen Monaten, die von den Gesellschaftern nicht länger aufgefangen werden konnten. Wie viele Unternehmen der Automotive-Branche leidet die Gruppe unter dem rückläufigen Pkw-Absatz in Europa sowie den stark gestiegenen Kosten für Rohstoffe und Energie.
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