Autor(en) / Quelle(n): Henryk Hielscher / WirtschaftsWoche
Designmöbel mit kleinen Macken machten Who’s Perfect bekannt. Später warb der Schauspieler Heiner Lauterbach für den Möbelanbieter, der sich nun in einer Insolvenz in Eigenverwaltung sanieren will.
Die Marke „Who’s Perfect“ ist durch Schönheitsfehler bekannt und groß geworden, durch den Verkauf teurer Designmöbel mit kleinen Macken, die ab 1996 günstig zum Mitnehmen angeboten wurden. Ein Marketingtrick, wie der Mitbegründer des Unternehmens, Ervé Mazzali, später verriet. Immerhin, sein Plan ging auf: Von einer Lagerhalle am Stadtrand Münchens aus begann der Aufstieg des Möbelhändlers.
Finanziell geht es bei Who’s perfect allerdings schon länger wieder abwärts. Nicht mehr nur Schönheitsfehler und kleine Kratzer trüben inzwischen die Bilanz. Vielmehr kämpft das Unternehmen seit geraumer Zeit mit Problemen – und hat nun die Reißleine gezogen. Nach Informationen der WirtschaftsWoche hat die Muttergesellschaft La Nuova Casa GmbH & Co. KG beim Amtsgericht München Insolvenzantrag gestellt. Who’s Perfect soll nun in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung neu aufgestellt werden.
Der Insolvenzexperte Max Liebig wurde vom Amtsgericht München zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Der Restrukturierungsspezialist Christoph Enkler von der Kanzlei Brinkmann & Partner leitet die operative Sanierung. Das Verfahren dürfte allerdings kein Selbstläufer werden. Handelsinvestoren halten sich zurück, die Marktlage gilt als schwierig.
Fokus auf Luxus, Italien und Design
Dem Vernehmen nach sind vor allem Kostensteigerungen und die Zurückhaltung der Verbraucher infolge der hohen Inflation Auslöser der Insolvenz. Auch eine verfehlte Expansionspolitik soll zur Schieflage des Unternehmens beigetragen haben, das auf importierte Möbel aus Italien spezialisiert ist und dessen Werbespots mit dem Schauspieler Heiner Lauterbach einst für Aufsehen sorgten. Mit dem Fokus auf Luxus, Design und vor allem auf Italien grenzte sich das Unternehmen von den großen Möbelhaus-Ketten wie Ikea und XXXLutz ab. Doch das reichte nicht.
Schon in den vergangenen Monaten musste das Unternehmen mehrere Standorte schließen. Inzwischen betreibt Who’s Perfect laut eigener Homepage noch 14 Möbelgeschäfte in Deutschland – unter anderem in Großstädten wie Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart sowie Düsseldorf. Dort soll der Geschäftsbetrieb zunächst weitergehen. Auch die Gehälter der 250 Mitarbeiter sind in den kommenden Monaten durch das Insolvenzgeld gesichert.
In der Möbelbranche fiel die Entwicklung zuletzt uneinheitlich aus. Große Anbieter wie Ikea sind weiter auf Expansionskurs. Mittelständische Händler und Hersteller stehen unter erheblichem Druck. So hatte im vergangenen Jahr bereits der traditionsreiche Hersteller Hülsta für zwei Kerngesellschaften Insolvenz in Eigenverwaltung eingeleitet.
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