07.05.2026

Wachsmuth & Krogmann: Betrieb wird stillgelegt, wesentliche Non-Food-Sparte verkauft

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Autor(en) / Quelle(n): Mitteilung der Pressestelle

• Stilllegung des operativen Betriebs erfolgt

• Geordnete Abwicklung und bestmögliche Verwertung läuft

• Übertragung der zentralen Geschäftssparte gelungen

• Aussichtsreiche Verhandlungen über Verkauf weiterer Geschäftsbereiche

(Hamburg, 7. Mai 2026) In dem am 30. April eröffneten Insolvenzverfahren der Außenhandelsgesellschaft Wachsmuth & Krogmann m. b. H. wurde ein Teilerfolg erzielt. Zwar gibt es keine Aussicht auf eine Fortführung des Unternehmens, dafür konnte die zentrale Non-Food-Geschäftssparte fast vollständig übertragen werden. Das traditionsreiche Hamburger Handelshaus war in den Jahren seit der Corona-Pandemie in eine wirtschaftlich angespannte Lage geraten, die durch interne Herausforderungen weiter verstärkt wurde und sich zuletzt zur massiven Krise zugespitzt hatte. Eine Sanierung des Unternehmens im Rahmen einer Eigenverwaltung und die Stabilisierung des Geschäftsbetriebes gelangen nicht. Das Ziel ist nun dessen geordnete Stilllegung und eine bestmögliche Verwertung der Insolvenzmasse. Dazu wurde Rechtsanwalt Nils Krause von der Ecovis Insolvenz und Sanierungs AG vom Amtsgericht Hamburg zum Insolvenzverwalter bestellt.

Nachdem die Eigenverwaltung gescheitert war, ist Nils Krause und seinem Team um Christoph von Billerbeck in den letzten drei Wochen und nach intensiven Verhandlungen ein wichtiger Teilerfolg gelungen: Die zentrale Non-Food-Sparte von Wachsmuth & Krogmann konnte im Wesentlichen an den Handelsexperten Wünsche Group veräußert werden. Aussichtsreiche Verhandlungen zum restlichen Non-Food-Bereich sowie zum Food-Geschäft der Außenhandelsgesellschaft laufen derzeit. Für die 48 Mitarbeiter von Wachsmuth & Krogmann konnte im Rahmen der Insolvenz leider keine Lösung gefunden werden, ihnen wurde bereits gekündigt. Derzeit ist noch ein Abwicklungsteam damit beschäftigt, die Stilllegung des Unternehmens geordnet und strukturiert umzusetzen.

Pandemiezeit führte zu tiefsitzender Krise

Die Historie der traditionsreichen Hamburger Außenhandelsgesellschaft startete bereits im Jahr 1797 mit dem Import von Olivenöl und Gewürzen. Das Unternehmen in seiner heutigen Form geht auf das Jahr 1972 zurück; es versorgt große Einzelhandelskunden vor allem mit Produkten wie Beleuchtung, Haushaltsgeräten und Spielzeug. Viele Jahrzehnte lief das Geschäft stabil und ertragreich. Doch seit den 2020er-Jahren nahmen die wirtschaftlichen Spannungen für den Außenhändler infolge der Corona-Pandemie, des Ukraine-Krieges und weiterer geopolitischer Krisen immer mehr zu. Wie in der gesamte Branche, führten auch für den Hamburger Händler Lieferkettenschwierigkeiten, gestiegene Betriebs-, Logistik- und Frachtkosten sowie das Einkaufsverhalten der großen Discount-Kunden zu andauernden Umsatzeinbußen. Interne Spannungen verschärften die Lage. Der Markt hat sich zudem insgesamt gedreht, der globale Konkurrenzdruck ist deutlich gestiegen, die Margen gesunken. Mit einer Neuausrichtung, stärker hin zum Lebensmitteleinzelhandel und zu Drogerien, sowie dem Versuch Bestandskosten zu reduzieren, konnte hier keine entscheidende Verbesserung der Lage erreicht werden. Da das Unternehmen nicht mehr kostendeckend wirtschaftete und Liquiditätsengpässe entstanden waren, entschied sich die Geschäftsführung für einen Insolvenzantrag. Diese wurde am 3. März 2026 vom Amtsgericht Hamburg zunächst als vorläufige Eigenverwaltung angeordnet.

Da das Verfahren als Eigenverwaltung mit dem Ziel der Unternehmenssanierung und Fortführung gestartet war, war Rechtsanwalt Krause anfangs als vorläufiger Sachwalter bestellt. Im Rahmen dieser Aufgabe überwachte er die eigenverwaltende Geschäftsführung im Sinne der Gläubiger. Da die Neuaufstellung und nachhaltige Fortführung des Hamburger Handelshauses im Rahmen der Eigenverwaltung jedoch nicht mehr realisierbar war, hatte Rechtsanwalt Krause in enger Abstimmung mit den Rechtsberatern des Unternehmens und dem Amtsgericht zuletzt die Leitung des Verfahrens als Insolvenzverwalter übernommen.

Über die Außenhandelsgesellschaft Wachsmuth & Krogmann m. b. H.

Wachsmuth & Krogmann ist ein internationales Groß- und Außenhandelsunternehmen mit Sitz in Hamburg. Es begann 1797 als kleines Importgeschäft und entwickelte sich im Laufe der letzten fast 230 Jahre zu einem der bedeutendsten Handelshäuser der Branche mit Außenstellen in Shanghai, Hongkong und den USA. Die Produktpalette umfasst Beleuchtung, Haushaltsgeräte, Spielzeug, Camping- und Gartenbedarf, Dekorationsartikel sowie Konserven. Zu den Kunden zählen weltweit agierende große Einzelhandelsketten, Drogerien und andere Handelsunternehmen.

Über Ecovis

Das Beratungsunternehmen Ecovis unterstützt mittelständische Unternehmen. In Deutschland zählt es zu den Top 10 der Branche. In über 100 deutschen Büros arbeiten mehr als 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Weltweit sind es über 16.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in über 90 Ländern. Die Rechtsanwälte Nils Krause und Michael Busching verantworten innerhal

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