Autor(en) / Quelle(n): Mitteilung der Pressestelle
(Kitzscher/Leipzig, 09. April 2026) Die Lätzsch GmbH – Kunststoffverarbeitung befindet sich seit Anfang April in einem eröffneten gerichtlichen Sanierungsverfahren am Amtsgericht Leipzig. Damit können vorbereitete Sanierungsmaßnahmen nun umgesetzt werden.
Der regionale Kunststoffexperte war durch eine Reihe von Ursachen in Schieflage geraten. So konnten durch den Ausfall eines zentralen Werkzeugs bestehende Aufträge im letzten Jahr nicht fristgerecht abgearbeitet werden. Außerdem vergeben wichtige Kunden aktuell trotz Zufriedenheit keine neuen Projekte an die Lätzsch GmbH – Kunststoffverarbeitung, sondern verlagern diese ins Ausland. Grundsätzlich erschweren die gesamtwirtschaftliche Krise sowie eine ausgeprägte Investitionszurückhaltung in den Kundenbranchen Landwirtschaft und Automotiv die Akquise neuer Aufträge.
Angesichts dieser schwierigen Situation hatte sich die Geschäftsführung des traditionsreichen Betriebs um Lisa Todt und Hans-Joachim Lätzsch rechtzeitig und folgerichtig für die Beantragung eines Eigenverwaltungsverfahrens entschieden. Bei dem gerichtlichen Verfahren behält die Geschäftsleitung die Kontrolle über das operative Geschäft, während sie von Sanierungsexperten begleitet wird. Zu diesen gehört auch Rechtsanwalt Stefan Ettelt von der Kanzlei Kulitzscher & Ettelt, der den Sanierungsprozess des Mittelständlers als Generalbevollmächtigter begleitet. Gemeinsam mit seinem Team unterstützt er in allen insolvenzrechtlichen Fragen. „Dass das Amtsgericht Leipzig nun ein solches modernes Verfahren in Eigenverwaltung eröffnet hat, ist ein gutes Zeichen. Es zeigt, dass hier Vertrauen in die Sanierbarkeit und Neuaufstellung des Unternehmens sowie in die Kompetenzen der Beteiligten besteht“, so Rechtsanwalt Ettelt.
Kräfte für nachhaltige Sanierung bündeln
Es geht nun darum, die in den letzten Wochen und Monaten entwickelten Sanierungsschritte in die Tat umzusetzen und das Unternehmen weiter zu stabilisieren und langfristig marktfähig aufzustellen. Dazu wurde ein Investorenprozess eingeleitet, in dem bereits Gespräche mit ersten Interessenten laufen. Ein möglicher Übernehmer könnte im Rahmen einer übertragenden Sanierung die Neuaufstellung des Unternehmens umsetzen. Daneben wird auch an einer möglichen Lösung über einen Insolvenzplan gearbeitet. Dieser würde eine Einmalzahlung und einen Schuldenschnitt mit den Gläubigern vorsehen.
Die Mitarbeiter stehen dabei nach wie vor hinter der Eigenverwaltung und dem Unternehmen. „Das Verständnis und die Loyalität unseres Teams sind in der jetzigen Lage unersetzbar. Nur so können wir weiter ohne Abstriche produzieren und gleichzeitig notwendige Sanierungsmaßnahmen umsetzen. Ebenso freuen wir uns darüber, dass zentrale Kunden und Lieferanten weiter zu uns halten“, erklärt Geschäftsführerin Lisa Todt. Erste Meilensteine in der Neuaufstellung hatte der Betrieb bereits im zurückliegenden vorläufigen Verfahren erreicht: Neben dem lückenlos weiterlaufenden operativen Geschäft wurden auch die Löhne und Gehälter der Belegschaft durch das vorfinanzierte Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert. Nun werden sie wieder aus den Umsätzen erwirtschaftet.
Die Sanierung des Kunststoffverarbeiters erfährt auch Unterstützung durch Simon Leopold, Geschäftsführer der ABG Consulting-Partner GmbH & Co. KG, und sein Team. Die Experten begleiten das Unternehmen im Controlling, im Rahmen der Erstellung von Liquiditätsplanungen sowie bei der Umsetzung des strukturierten Investorenprozesses. „Wir werden den Rückenwind durch die Verfahrenseröffnung jetzt nutzen, um den Betrieb nachhaltig aus der Schieflage zu bringen. Dazu arbeiten wir mit Hochdruck an der Suche nach einem möglichen Investor, der eine langfristige Lösung für das Unternehmen und die Mitarbeiter trägt. Angesichts des gesunden operativen Kerns und des gesicherten Geschäftsbetriebs sind wir im Sanierungsteam zuversichtlich, dass wir hier in absehbarer Zeit einen geeigneten Kandidaten finden werden“, so Simon Leopold.
Sachwalter und Gläubigerausschuss unterstützen Neuaufstellung
Dr. Jörg Schädlich von der Kanzlei STAPPER | JACOBI | SCHÄDLICH wurde vom Amtsgericht Leipzig als Sachwalter bestellt. Er und auch der erforderliche Gläubigerausschuss unterstützen den eingeschlagenen Weg der Neuaufstellung. „Im Eigenverwaltungsverfahren gelingt die Sanierung häufig schneller und nachhaltiger als im Regelverfahren. Ich glaube, dass das auch im Falle Lätzsch GmbH – Kunststoffverarbeitung gelingen kann. Die Sanierungsfähigkeit des Betriebs wurde durch die Entscheidung des Gerichts noch einmal untermauert. Sie ist hier ebenso vorhanden, wie die Gesprächsbereitschaft und Lösungsorientiertheit der Beteiligten“, sagt der Sachwalter.
Über die Lätzsch GmbH – Kunststoffverarbeitung
Die Wurzeln des Unternehmens gehen bis in die 1950er Jahre zurück. Im Stammwerk in Kitzscher OT Thierbach und an einem weiteren Standort in Streitwald, bietet der Produktionsbetrieb heute mit rund 80 Mitarbeitern ein breites Leistungsspektrum an. Dies umfasst neben der PUR-Verarbeitung (Schäumerei) und der GFK-/CFK-Produktherstellung auch die Metallverarbeitung und unterschiedliche Services. Als Systemlieferant bietet das Unternehmen Komplettlösungen und fertigt auch ganze Baugruppen. Die Produkte reichen von Trennwänden mit energieaufnehmender Funktion, Armlehnen und kompletten Sitzgruppen für Reisebusse über Lenkräder bis hin zu Karosserieteilen für Kraftfahrzeuge, Büromöbelzubehör und Fahrzeugkomponenten für Nutz- oder Schienenfahrzeuge.
Über Kulitzscher & Ettelt
Die Sozietät der Rechtsanwälte Kulitzscher & Ettelt wurde bereits im Jahr 1968 gegründet und verfügt über Standorte in Dresden sowie Döbeln. In der Sozietät arbeiten zurzeit sechs anwaltliche Berufsträger. Mit dem Standort Dresden hat sich die Kanzlei bundesweit auf Sanierungsprozesse spezialisiert. Die Sanierungsabteilung leitet der geschäftsführende Partner der Kanzlei, Herr Rechtsanwalt Stefan Ettelt. Er wird dabei unterstützt von zwei weiteren Rechtsanwältinnen. Mit mehr als 314 eingeleiteten Insolvenzverfahren, der Mitwirkung in insgesamt 59 Gläubigerausschüssen und der Durchführung von mittlerweile 18 sog. Schutzschirmverfahren sowie 61 Eigenverwaltungsverfahren ist die Kanzlei Kulitzscher & Ettelt deutschlandweit führend im Sanierungsbereich. Die Kanzlei wurde im März 2015 vom Finance Magazine als eine der Top 5 Beraterkanzleien in Deutschland für ESUG-Verfahren ausgezeichnet.
Über die ABG Consulting-Partner GmbH & Co. KG
ABG Consulting-Partner hat sich seit mehr als 20 Jahren auf die Unterstützung von Unternehmen spezialisiert. Ziel ist die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit und Neuausrichtung der Unternehmen für den erfolgreichen Bestand am Markt. Die Leistungen reichen dabei von der strategischen Beratung über die kaufmännische Begleitung und die Entwicklung von Sanierungsplänen bis hin zur Investoren- oder Finanzierungssuche. Durch die Zugehörigkeit zum Beratungsverbund ABG-Partner mit seinen eigenständigen Gesellschaften in der Steuer- und Unternehmensberatung sowie in Marketing, Recht und Wirtschaftsprüfung kann jederzeit auf ergänzende Fachexpertise zurückgegriffen werden.
Über STAPPER | JACOBI | SCHÄDLICH
Die mittelständische Kanzlei STAPPER | JACOBI | SCHÄDLICH verfügt über ein auf die Insolvenzverwaltung und Restrukturierung spezialisiertes Team von rund 50 qualifizierten Mitarbeitern, die vorwiegend in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin und Bayern tätig sind. Dr. Jörg Schädlich ist Rechtsanwalt, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht, Fachanwalt für Insolvenzrecht, Geprüfter Betriebswirt (ILS) und seit mehr als 20 Jahren in der Insolvenz- und Restrukturierungsbranche tätig. Seit 2013 wird er von verschiedenen Amtsgerichten in Mitteldeutschland regelmäßig zum Insolvenzverwalter und Sachwalter bestellt.
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